Geschichte des Hüttenwesens
Die Geschichte der Aktiengesellschaft EVRAZ VÍTKOVICE STEEL, a.s. beginnt mit dem ersten in der Rudolfshütte im Jahr 1830 durch Frischen erzeugten Eisen.
Parallel mit der Entwicklung der Stahlproduktion erbaute man in Vítkovice Walzstraßen. Die Vorgänger der gegenwärtig betriebenen Walzstraßen wurden im Jahr 1911 in Betrieb genommen.
1.1 NS 220 - Stahlwerk I
Mit dem Bau des Vorgängers des heutigen Stahlwerks EVRAZ VÍTKOVICE STEEL, a.s., das sog. Neue Stahlwerk, wurde im Jahr 1908 begonnen. Im Laufe der Zeit wurde es weiterentwickelt, wovon die Übersicht einiger historischer Daten zeugt.
| 1913 |
27. Februar Abstich der ersten Schmelze vom 60 t Kippofen mittels Talbottechnologie Ofenstruktur im neuen Stahlwerk: 1 Mischer 300 t, Talbotofen 200 t, 1 Kippofen 60 t, 3 feste SM-Öfen á 60 t |
|---|---|
| 1929 |
Ofenstruktur im neuen Stahlwerk: 2 feste SM-Öfen á 70 t, 2 kippbare Wellmannöfen 180 und 140 t, 4 Talbotöfen á 250 t |
| 1956 | Der Roheisentransport in Pfannen wurde durch Waggontransport -Veronika- ersetzt. |
| 1957 | Im neuen Stahlwerk erzielte man zum ersten Mal eine Jahresproduktion von 1 Mill. Tonnen. |
| 1959-1967 | Umbau der SM-Öfen Nr. 1 – Nr. 4 im neuen Stahlwerk in SM-Öfen mit 70 t Inhalt, System Maerz |
| 1967-1970 | Stilllegung der Talbotöfen Nr. 5, 6, 7, 8 im neuen Stahlwerk und ersetzt durch Kipp-Tandemöfen. Im Jahr 1967 TM 1, 1968 TM 2, 1970 TM 0 mit einem Inhalt von 2 x 75 t. |
| 1973 | Erzielte Produktion im neuen Stahlwerk 1,5 Mill. t |
| 1984 | Aufnahme der Produktion am bodenblasenden Konverter Oxyvit K1 mit einer Kapazität von 72 t |
| 1987-1988 | Stillsetzung der SM-Öfen Nr. 1, 2, 3 und der Talbotöfen Nr. 9 und 10 |
| 1987 |
Talbotofen Nr. 9 rekonstruiert in SM-Ofen Nr. 9 Talbotofen Nr. 10 rekonstruiert in SM-Ofen Nr. 10 |
| 1988 | Tandem 0 stillgesetzt |
| 1991 | Aufnahme der Produktion am bodenblasenden Konverter Oxyvit K2 mit einer Kapazität von 72 t |
| 1993 |
Beendigung der Produktion an den Tandemöfen Nr. 1 und Nr. 2 GR und Mo des bodenblasenden Konverters K1 |
| 1995 | Aufnahme des Betriebs der Stranggussanlage. Produkt sind Brammen mit einer Dicke von 145, 180 und 250 mm und Breite von 800 – 1580 mm |
| 1991-1995 |
Inbetriebnahme der Einrichtung der Sekundärmetallurgie; 1991 – Homogenisierungsanlage 1993 – DH-Station 1994 – SL-Düse 1995 – LF-Pfannenofen |
| 1995 |
Einrichtungsstruktur im neuen Stahlwerk: 2 sauerstoffbodenblasende Konverter á 72 t, Sekundärmetallurgie (LF-Ofen, DH-Station, SL-Düse, Homogenisierungsanlage), ZPO – Stranggussanlage zum Gießen von Brammen |
| 2003 | Einstellung der Produktion an der Homogenisierungseinrichtung |
| 2006 | Einstellung der Produktion an der DH-Station |
| 2006 | Einstellung der Produktion und Liquidierung der Ingotstraße |
| 2006 | Aufnahme der Produktion am neuen System für die Sekundärmetallurgie (ISSM) |
1.2 Walzstraßen
Die Herstellung von Stahlerzeugnissen hat in Vítkovice ebenfalls eine langjährige Tradition. Davon zeugt die Tatsache, dass bereits im Jahre 1839 die, mittels Puddeln hergestellten Schienen auf der Ausstellung in Wien mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurden.
Parallel mit der Entfaltung der Stahlproduktion wurden in Vítkovice Walzstraßen erbaut. Die gegenwärtig benutzten Walzstraßen wurden in folgenden Jahren in Betrieb genommen:
- Schwerprofilwalzstraße im Jahr 1913
- Knüppelstraße 1 im Jahr 1913
- Quarto-Walzstraße 3,5 im Jahr 1971
Im Laufe der Jahre wurde eine Reihe von Umbauten, Generalreparaturen und Modernisierungsaktionen vorgenommen. Einige führen wir wie folgt an.
1.2.1 NS 230 – Profilwalzwerk
| 1913 | Inbetriebnahme der Blockstraße gleichzeitig mit der Schienen- und Knüppelstraße inkl. Zurichtereien |
|---|---|
| 1956 | Bau der neuen Profilrichtmaschine HRW |
| 1963 | Nach Stillsetzen der Grobwalzstraße wird der Betrieb an der Knüppelstraße II aufgenommen |
| 1964 | Inbetriebnahme der hyperbolischen Richtmaschine MONTBARD |
| 1965 | Bau des Hubbalken-Abkühlofens |
| 1968 | Nachrüstung der Schienenwalzstraße mit dem Reduzierwalzgerüst, Bau des Vorwärmofens |
| 1971 | Umbau der Knüppelstraße |
| 1975 | Inbetriebnahme der Schälmaschine NORTON |
| 1978 | GR der Schwerprofilstraße, Rekonstruktion der Adjustageanlagen der Straße |
| 1985 | Inbetriebnahme der Kontrolleinrichtung für runde Knüppel CIRKOFLUX |
| 1989 | Fertigstellung des Baus der Schleifmaschine NORITAKE |
| 1991 | Technische Anpassungen der Walzgerüste 3 und 4 zur Genauigkeitsverbesserung der Produktion |
| 1992 | Nachrüsten des 2. Walzgerüstes der Schwerprofilstraße mit der motorischen Walzenanstellung inkl. automatisches Steuersystems, Rekonstruktion des Erwärmungsofens |
| 1994 | Rekonstruktion des 4. Walzgerüste mit einem neuen Kammwalzgerüst, Walzmöglichkeit am 4. Walzgerüst als Universalwalzgerüst mit motorischer Walzenanstellung inkl. automatisches Steuersystems, Herrichtung der Straße zum Walzen von Spundbohlen der Breite 600 mm |
| 1997 |
Außerbetriebnahme der Blockwalzstraße I, Zuordnung der Knüppelstraße zur Schwerprofilstraße, Inbetriebnahme der Brennscheidmaschine MESSER zum Längsteilen der Stranggusbrammen. Inbetriebnahme der Straße zum Paaren der Spundbohlen und Pressen der Verschlüsse |
| 2000 | Rekonstruktion des automatischen Steuersystems am 4. Gerüst der Schwerprofilwalzstraße |
| 2005 | Rekonstruktion des Vorwärmofens für das Schwerprofilwalzwerk |
| 2005 | Rekonstruktion der Zurichtereien für das Schwerprofilwalzwerk |
| 2006 | Inbetriebnahme des Arbeitsplatzes zum Drehen der Walzen |
1.2.2 NS 260 – Quarto-Walzstraße 3,5
| 1971 | Aufname der Produktion am Quarto-Walzgerüst 3,5 |
|---|---|
| 1975 | Inbetriebnahme der vollautomatisierten Scherenlinie |
| 1978 | Inbetriebnahme der IV. Halle (Expeditionshalle) |
| 1984 | Richtmaschine inkl. Expeditionsbunker |
| 1986 | Schrittweise Inbetriebnahme des 2. Baus der Quarto-Walzstraße 3,5 (Kühlbett II, beidseitige Schere, Stempeln der Bleche, Hubbalkenglühofen, Trennschere DN 2, zwei Expeditionsbunker |
| 1988 | V. Halle - Brennschneiden von Stranggussbrammen |
| 1989 | Inbetriebnahme der Ultraschallstraße |
| 1992 | Inbetriebnahme der Längstrennschere |
| 1995 | Transportverbindung zwischen der Stranggussanlage und der V. Halle - Quarto-Walzstraße 3,5 |
| 1998-1999 | Durchführung der Generalreparatur inkl. der Modernisierung des Warmabschnitts an der Quarto-Walzsraße 3,5 und Bau eines neuen Glühofens und der querverlaufenden Kranbahn |
| 2001 | Realisierung des Zunderabspritzens mit einem Druck von 230 bar |
| 2003 | Realisierung der hydrostatischen Schmierung der Lager MORGOIL |
| 2005 | Modernisierung der Ultraschallstraße |
| 2005 | Inbetriebnahme des neuen Arbeitsplatzes für die Probeentnahme |
| 2006 | Stilllegung und Liquidierung der 4,5-DUO-Walzstraße |
| 2006 | Inbetriebnahme der Vorbiegung der Arbeitswalzen |
| 2006 | Modernisierung des 3. Steuerungsniveaus für die Zurichtereien des Walzwerks - KSUP |
Die letzten Modernisierungsaktionen an den Walzstraßen ermöglichten folgendes:
- Quarto-Walzstraße 3,5 - z. B. bedeutende Verbesserung der Geometrie des gewalzten Bleches, Walzen von Keilblechen, Senkung der Vorgewichts des Einsatzguts, Sortimenterweiterung usw.
- Schwerprofilwalzstraße - z. B. Sortimenterweiterung und Präzisierung der Walzgutabmessungen. Gegenwärtig walzt man Spundbohlen mit einer Baubreite von 600 mm.
